Rheinwiesenlager – Mio. Deutsche wie MĂĽll weggekippt?

Rheinwiesenlager – Mio. Deutsche wie MĂĽll weggekippt?

von Martin Klipfel
Freier Journalist

8. Mai 1945, der Tag der Befreiung? Nach Kriegsende am 8. Mai 1945 wurden deutsche Soldaten, Kranke aus Hospitälern, Amputierte sowie querbeet „GemĂĽse“ (Zivilisten) aus allen Altersklassen auf Lastwägen zusammengepfercht, an den Rhein gekarrt und dann dort, wie MĂĽll, auf die Wiese gekippt. [1] Prost Mahlzeit – schöne Sauerei! Die Dreckspatzen, die so liebevoll mit der Bevölkerung umgingen, nannte man damals „Befreier“ – heute ĂĽbrigens leider auch noch. Da hatten sich diese Herrschaften echt mit Ruhm besudelt und so wurde mit dieser heldenhaften Tat dem deutschen Volk der Nationalsozialismus ausgetrieben – erst mal „gut so“.

Kriegsgefangene
http://equapio.com/de/politik/rheinwiesenlager-1945/

Die Gefangenen hausten trotz Kälte, Regen und Schneeregen ohne Obdach auf nacktem Boden, der sich mit der Zeit in eine unergründliche Schlammwüste verwandelte. Zelte wurden nicht ausgegeben, obwohl sie in den Depots der deutschen Wehrmacht und in denen der US-Armee reichlich vorhanden waren.

Den Zuständen entsprechend kam es in den Rheinwiesenlager zum Massensterben.

Bacque schreibt:

In Lagern entlang an den Ufern des Rheins verzeichneten die Armeeärzte vom 1. Mai bis zum 15. Juni 1945 eine erschreckende Sterblichkeitsrate, achtzigmal so hoch wie alles, was sie je in ihrem Leben gesehen hatten. TĂĽchtig und gewissenhaft registrierten sie die Todesursachen: so und so viele starben an Ruhr und Durchfall, so und so viele an Typhus, Starrkrampf, Blutvergiftung,, alles in Zahlen, die unglaublich seit dem Mittelalter waren. Die medizinische Terminologie selbst reicht nicht mehr ganz aus angesichts der Katastrophe, deren Zeugen die Ă„rzte wurden. So wurden Todesfälle infolge von Abmagerung und Erschöpfung registriert. …….Herzkrankheit und LungenentzĂĽndung.

(Bacque, a.a.O., S. 78 f.)

Allmorgendlich wurden die Toten aus den Lagern abtransportiert, um in Massengräbern versenkt zu werden.

Ein Zeitzeuge schreibt:

Die Leichen der Verhungerten wurden täglich auf Karren weit außerhalb der Lager in vorbereitete lange Gruben gekippt und in fünf Lagen und langen Reihen aufgeschichtet. Nach Verfüllung mit dem zuvor ausgebaggerten Erdreich erfolgte die Planierung der Massengräber.

Willi Griesheimer, Die Hölle der amerikanischen Kriegsgefangenschaft, Eigendruck, S. 2

Dazu kommen all die Toten, die in dem unergrĂĽndlichen Schlamm oder in den Latrinen versinkten, ohne geborgen zu werden.

Aus dem Lager BĂĽderich wird berichtet:

„Man schätzte die VerschĂĽtteten auf etwa 230 pro Nacht. Niemand konnte die Menschen ausgraben, keiner war registriert worden. Mit Bulldozern ebneten die Amerikaner die Gruben mitsamt den Toten ein …“ s. Lager BĂĽderich, Paul Jäger

Bacque weist anhand von Dokumenten und von Zeugenaussagen nach, daß in den amerikanischen und später in den französischen Gefangenen- und Arbeitslagern zusammen 800 000 bis eine Million Menschen zu Tode gekommen sind. Ca. drei Viertel der Toten lastet Bacque den Amerikanern an, also an die 750 000:

Die Zahl der Opfer liegt zweifellos bei mehr als 800 000, beinahe mit Sicherheit bei mehr als 900 000 und durchaus wahrscheinlich bei mehr als einer Million. Die Ursachen ihres Todes wurden wissentlich geschaffen von Armee-Offizieren, die ĂĽber genĂĽgend Lebensmittel und andere Hilfsmittel verfĂĽgten, um die Gefangenen am Leben zu erhalten. Hilfe-Organisationen, die versuchten, den Gefangenen in den amerikanischen Lagern zu helfen, wurde die Erlaubnis dazu von der Armee verweigert. Das alles wurde damals verheimlicht und dann unter LĂĽgen verdeckt……..Akten sind vernichtet, geändert oder als geheim unter VerschluĂź gehalten worden. Dies geht bis auf den heutigen Tag so weiter.

(Bacque, a.a.O., S.11)

Die US-Geschichtsschreibung dagegen spricht lediglich von ca. 5000 Toten der Rheinwiesenlagern. Die offizielle Geschichtsschreibung in Deutschland schließt sich an: 5000 Lagertote, höchstens 10 000, auf keine Fall mehr!

Das hieße, daß von den fünf bis sechs Millionen Gefangenen, die durch die Rheinwiesenlager gegangen sind, nur 0.1% die im Ursinne mörderischen Umstände nicht überstanden habe. Eine Todesrate von 0,1% aber entspricht einer Todesrate von Menschen, die unter normalen Bedingungen leben. Für die Rheinwiesenlager ist eine solch niedrige Todesrate ausgeschlossen.

Überdies ist trotz aller Nachforschungen noch immer der Verbleib von über einer Millionen Kriegsteilnehmern des II. Weltkrieges ungeklärt.

„Auch über 50 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges werden immer noch 1,4 Millionen Deutsche vermisst.“

(Mitteilung des Suchdienstes des Roten Kreuzes)

Bis vor der sog. Wende wurden die Verschollenen den Russen angelastet. Nun aber haben die Russen ihre Archive geöffnet, welche zumindest seit 1946 über Gefangenenschicksale unerwartet detailliert Auskunft geben. Ca. 100 000 Vermißtenschicksale konnten geklärt werden. Man vermutet überdies, daß im Laufe des Jahres 1945 etwa 200 000 Deutsche in den Weiten Rußlands namenlos zu Tode gekommen seien. Die vermissten Millionen bleiben.

http://www.rheinwiesenlager.de/

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